Am Montag, den 30. März 2026, fand an der JLS ein von der Schülervertretung mit organisierter Politiktag für die Jahrgänge 8 bis 13 statt. Rund 400 Schüler*innen nahmen an der Veranstaltung im Großen Hörsaal teil, die aufgrund der großen Nachfrage in zwei Durchgängen durchgeführt wurde.
Im Mittelpunkt stand der eindrucksvolle Film „Der Zweite Anschlag – Rassismus in Deutschland“, der sich mit den Perspektiven von Betroffenen rassistischer Gewalt auseinandersetzt. Anders als viele Darstellungen richtet der Film den Fokus nicht auf die Täterinnen, sondern auf die Erfahrungen und Stimmen der Opfer. Er verdeutlicht die Kontinuität rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart und regte die Schülerinnen zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung an.
Ein besonderer Moment des Tages war das anschließende Gespräch mit Ibrahim Arslan, einem Überlebenden des rassistischen Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992. Als Siebenjähriger überlebte er das Attentat unter dramatischen Umständen, während mehrere Mitglieder seiner Familie ums Leben kamen. Heute engagiert sich Ibrahim Arslan aktiv gegen Rassismus und berichtet als Zeitzeuge an Schulen von seinen Erfahrungen.
Im direkten Austausch mit den Schüler*innen gelang es ihm, eine intensive und sehr persönliche Atmosphäre zu schaffen. Viele Teilnehmende zeigten sich tief bewegt von seinen Schilderungen. Das Gespräch eröffnete neue Perspektiven, förderte Empathie und machte deutlich, wie wichtig es ist, sich aktiv gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt einzusetzen.
Die Veranstaltung wurde von den Schüler*innen als äußerst eindrucksvoll und bereichernd wahrgenommen. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zum schulischen Engagement der JLS gegen rechte Gewalt dar und knüpft inhaltlich an weitere Bildungsangebote an, wie beispielsweise die aktuell an der JLS laufende Ausstellung “Rechte Gewalt in Hamburg seit 1945” an.


