Theater

Das Fach Theater, früher „Darstellendes Spiel“, ist schon seit langem ein reguläres Unterrichtsfach an der JLS. Es hat neben den anderen ästhetischen Fächern Bildende Kunst und Musik seinen festen Platz: Im Wahlpflichtbereich ab Klasse 7 und ebenfalls in der Oberstufe. Es gibt insgesamt neun Theater-Kurse an der Schule. In der Mittelstufe finden sogar teilweise pro Jahrgang zwei Kurse statt: ein zweistündiger und einen vierstündiger Kurs. Im Ganztag Jahrgang 5 und 6 und als Modulfach in Jahrgang 9 wird ebenfalls Theater angeboten.

Ziel des Fachs

Der Unterricht im Fach Theater ermöglicht durch Proben und Ausprobieren die individuellen Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern: Was kann ich? Was traue ich mir zu? Teamarbeit steht im Vordergrund, ohne diese kann eine Aufführung nicht stattfinden. Die Auseinandersetzung mit anderen Ideen und Persönlichkeiten im Fach Theater ist ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung von Selbstvertrauen und sozialer Kompetenz. Dabei wird besonders die Präsentations- sowie Kommunikationsfähigkeit und der bewusste Einsatz von Sprache sowie Körpersprache  geschult. Diese Kompetenzen  sind in allen Lebensbereichen der Schüler/innen wichtig, in denen selbstbewusstes und sicheres Auftreten gefragt ist: z.B. bei Referaten und Bewerbungsgesprächen sowie im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen.

Inhalte und Arbeitsweise

In den Theaterkursen werden unterschiedliche Spielformen erprobt: neben dem traditionellen Sprechtheater wird z.B. mit Schatten-, Masken-, Bewegungs-, und Musiktheater gearbeitet. Theater an der JLS ist jedoch immer projektorientiert. Alle Kursteilnehmer/innen werden an der Themenfindung, Planung und Durchführung aktiv beteiligt. Die Aufführung ist gleichbedeutend mit einer Klassenarbeit und wird nach vorher fest gelegten Kriterien bewertet. Das Selbe gilt für den normalen Kursalltag. Zu jeder Stunde gehören Aufwärmübungen, szenisches Erproben und die Reflexion eigener und fremder Präsentationen. Spielpraktische Aufgaben, die in Gruppen- oder Einzelarbeit von den Schüler/innen erarbeitet werden, sind Teil der Arbeit und oft Vorbereitung für eine  Aufführung. Dabei sind Probenwochenenden in der Endphase einer Produktion nötig und sinnvoll.

Nicht zuletzt ist uns wichtig, dass die Schüler/innen am kulturellen Leben teilhaben. Wir besuchen regelmäßig professionelle Theateraufführungen und sind in stetiger Zusammenarbeit mit den Theaterpädagogen der Theaterhäuser.

Aufführungen und Präsentationen

Theater ist für die Schüler/innen Erfahrung, Aufregung, Bewegung, Chaos, Drama, Experiment, Frust, Gruppenerlebnis, Rollenspiel, Text lernen, Proben am Wochenende und mehr. Theater an der Schule ist nicht eine textgetreue, realistische  inszenierte Aufführung von Romeo und Julia, auch wenn sich die Schüler/innen das am Anfang manchmal vorstellen. Theater orientiert sich an der Welt der Jugendlichen, an ihren Geschichten und Themen. Neben Eigenproduktionen, bei denen die Schüler/innen zu einem Thema selbständig recherchieren, Texte schreiben oder/und Szenen inszenieren, können mehr oder wenig stark veränderte Textvorlagen Grundlage für die Arbeit des Projektes sein. So sind an unserer Schule zahlreiche sehr unterschiedliche Stücke entstanden:

  • Rasender Stillstand (Jg.7): ein in Kooperation mit dem Schauspielhaus entstandenes live-Theater in der AKN-Bahn (Jg.7)
  • Kloß im Hals (Jg.10): ein Stück zum Thema Ess-Störungen, welches im Rahmen von „Theater macht Schule“ ausgewählt und u.a. im Malersaal des Schauspielhauses aufgeführt wurde.
  • Cut Attack (8Jg.) : ein Spiel mit Videosequenzen.
  • Long Nose Lovestory (Jg.9) : eine Adaption des Theaterstückes Cyrano de Bergerac.
  • TABU (Jg.10): eine fächerübergreifendes Projekt mit Musik und Bildender Kunst.
  • Die Insel (Jg 12/13) nach Goldings Roman Herr der Fliegen wurde beim Fabrik-Event in Ottensen aufgeführt

Ausbildung zum Lichttechniker/in und Technik-AG

Da die JLS über zwei professionelle Lichtanlagen u.a. mit Schwarzlicht verfügt, bieten wir eine „Ausbildung“ als Lichttechniker/in an. Nach Absolvierung der Ausbildung können die Schüler/innen selbstständig die Theaterproduktionen mit ihrem Know-How unterstützen. Diese Schüler/innen sind auch Teil der Technik-AG, die zusammen mit dem Event-Management der JLS Theaterproduktionen, Musikaufführungen und andere Ereignisse an der JLS koordiniert.

Theatertag und Fabrik-Event

Jedes Jahr gibt es einen speziellen Theatertag an der JLS. Theaterlehrer sowie externe Theaterexpert/innen  bieten jahrgangsübergreifend für alle Theaterschüler/innen Workshops zu bestimmten Theaterformen und  –themen an. Die Schüler/innen wählen einen Workshop, in dem sie eine kleine Präsentation von 5 Minuten erarbeiten. Diese wird am Ende des Tages vor allen Theaterschüler/innen in der großen Pausenhalle präsentiert. Das gemeinsame Erlebnis eröffnet den Blick auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Präsentationsformen und fördert den Zusammenhalt.

In Kooperation mit den Fächern Musik, Theater und Bildende Kunst der JLS wird alle zwei Jahre ein gemeinsames Event im Kulturzentrum „Fabrik“ in Hamburg Ottensen ins Leben gerufen. Unterschiedliche Kurse aus den drei Fachbereichen präsentieren ihre Ergebnisse auf der Bühne und in anderen Räumlichkeiten der Fabrik. Das umfangreiche Programm ist für alle öffentlich und eine willkommende Abwechslung einmal in einem anderen Stadtteil Hamburgs aufzutreten.

Probenräume und Theaterfundus

Die Julius-Leber-Schule kann drei Proben- und Arbeitsräume für das Fach Theater anbieten.

Zum einen lässt sich der Hörsaal in der Pausenhalle mit flexiblen Wänden zu einer großzügigen Bühne erweitern, die mit einer professionellen Beleuchtungs- und Tonanlage ausgestattet ist. Über einen Beamer lassen sich Theaterproduktionen mit Bild- und Filmmaterial ergänzen. Eine Vorrichtung für die Aufführung von Schattentheater ist vorhanden.

Das „Theaterstudio“ F21 ist mit seiner ansteigenden Bestuhlung, einer Profilichtanlage, einem fest installierten Beamer und einer Bühne mit Vorhang ein hervorragender Raum für kleinere Aufführungen oder Werkstattschauen und für die Proben der Kurse.

Der Theaterraum F18 schließlich ist mit seinem Holzboden und schwarzen Vorhängen der „Alltagsprobenraum“ für unsere Lerngruppen.

Außerdem verfügt die JLS über einen gut sortierten Kostümfundus und einem Requisitenfundus, der auch immer wieder Inspiration für neue Ideen auf der Bühne gibt.

Uta Eschweiler

Aufführungen

Eine der letzten Aufführungen war das Stück "Vorgang#41" mit Schüler/innen der Klassenstufe 13, angeleitet von Nick Doormann. Es handelt sich um eine Eigenproduktion, die auf einem wahren Experiment basiert, das 1971 in Stanford (USA) durchgeführt wurde. Der Roman "Das Experiment Black Box" von Mario Giordano sowie der Film "Das Experiment" von Oliver Hirschbiegel beziehen sich ebenfalls auf diesen "Menschenversuch". Er findet in einem Gefängnis statt, in dem die freiwilligen Teilnehmer willkührlich in Wärter und Gefangene eingeteilt werden. 

In dem Stück "Irgendwas mit Eifersucht" von Klassenstufe 10 ging es um ein ausgegrenztes Mädchen, das sich in Allmachtsfantasien flüchtet.